Jünger-Studien

Die »Jünger-Studien« sind im Rahmen der »Tübinger Phänomenologischen Bibliothek« eine Schriftenreihe des »Freundeskreises der Brüder Ernst und Friedrich Georg Jünger«, herausgegeben von Günter Figal und Georg Knapp.



Günter Figal, Georg Knapp (Hrsg.)
Prognosen. Jünger-Studien, Band 1

139 Seiten, kartoniert, ISBN 3-89308-338-3, € 21,00

»Medizinisch gesprochen, kann die Deutung zwar Prognose und Diagnose, aber sie kann kein Rezept geben. Es fragt sich (...), was überhaupt von der Deutung erwartet werden darf. Sie mag entbehrlich scheinen, wenn sie nichts ändern oder bessern kann, bedenklich sogar, indem sie unabänderliches anleuchtet. Das führt dann zu der Frage, warum ein so starkes Bedürfnis nach Deutung besteht. Wie jedes Bedürfnis, ist auch dieses ein Ausdruck der Unzufriedenheit. Es entspringt der Vermutung, daß ein Ergänzendes hinzutreten müßte, damit das Spiel seine Bedeutung erhält. In diesem Sinn ist der Deutende der Hinzutretende, der zwar nichts ändert, aber Sicherheit verleiht. Je mehr der Umsatz, der Umtrieb zunimmt, je mehr das Leben großstädtisch, technisch-abstrakt wird, desto stärker muß dies Anliegen hervortreten. Das wird besonders dann der Fall sein, wenn es zu Krisen oder gar zu Katastrophen kommt, angesichts deren der technische Optimismus bedroht wird oder zusammenbricht. Dann fühlt der Mensch sich einer Deutung bedürftig, eines Hinweises auf Mächte, die außerhalb der Zirkulation liegen.«

(Ernst Jünger, An der Zeitmauer)


Albert Hofmann
Drogen und Rausch im Leben von Ernst Jünger

Günter Figal
Die Gegenwärtigkeit des Vorauswissens

Michael Großheim
Der Zauber der Moderne
Ernst Jüngers Absage an die Kulturkritik

Francesco Fiorentino
Mythographie einer zersplitterten Welt
Ernst Jüngers konservativ-revolutionäre Antwort auf die Moderne

Franco Voli
Der Mensch zwischen Polis und Weltstaat
Fragen im Anschluß an Ernst Jünger

Luca Crescenzi
Die nächste Wahrheit des Romans
Ortners Epos-Vision in den Stücken zu Heliopolis

Friedrich Gaede
Jüngers Blick über die Zeitmauer
Das Chaos als Antizipationsgrund

François Poncet
Das Kleid der Erde
Ein Bild des Unvorhersehbaren

Jaqueline Bel
Die Welt ist eine Maschine, der Mensch ein Automat
Zu Friedrich Georg Jüngers gewagten Prognosen in
»Die Perfektion der Technik«

Thomas Scheuffelen
Einführung in die Ausstellung

Barbara Figal
Photographien aus dem Jünger-Haus in Wilfingen

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Günter Figal, Georg Knapp (Hrsg.)
Verwandtschaften. Jünger-Studien, Band 2

279 Seiten, kartoniert, ISBN 3-89308-365-0, € 36,00

»Seltsame Vorlieben und die Art, in der der Mensch von einem großen, scheinbar ganz geschlossenen Gebiet nichts beachtet als einen bestimmten Teil, sind sehr bezeichnend für das Wesen einer Persönlichkeit. So sehe ich einen Sinn darin, daß ich mich während meiner anatomischen Studien nie mit der Knochenlehre befreunden konnte, daß ich mich für die Geologie nur da erwärmte, wo sie mit der Paläontologie zusammenhing, daß von allen belebten Schichten wiederum die Juraformation für mich von je einen märchenhaften Glanz besaß... und daß mir von allen tausend Ländern, die die Welt trägt, gerade Zentralafrika das verlockendste war und heute noch ist. Von all diesem weiß ich, warum es so ist - wie aber ist die Abneigung zu erklären, die ich vor den Pflanzen und Tieren Australiens, ganz besonders vor den Beuteltieren, empfinde oder, um noch Seltsameres zu streifen, die Ahnung, daß Huysmans, von dem ich jahrelang nur die Buchstaben des Namens kannte, für mich von großer Bedeutung sein müsse, eine Ahnung, die sich später als durchaus berechtigt erwies? Durch solche Neigungen und Abneigungen spricht unser Innerstes, das uns selbst ewig verborgen bleiben wird, das sich auszudrücken sucht, indem es sich ins Gleichnis setzt, und das mit nachtwandlerischer Sicherheit den Grad der Verwandtschaft spürt, die uns mit allen Dingen der Welt verbindet und unsere Perspektive bestimmt.«

(Ernst Jünger, Das Abenteuerliche Herz, Erste Fassung)


Günter Figal
Morphologie der Beschleunigung
Jünger und Goethe

Luca Crescenzi
Die Welt in Auswahl
Verwandtschaften bei Ernst Jünger

Friedrich Gaede
Feuer, Licht und Dunkelheit
Beobachtungen zu Jünger, Grimmelshausen und Grass

Bernhard Gajek
Ernst Jüngers Hamann-Erlebnis

Peter Trawny
Heidegger und »Der Arbeiter«
Zu Jüngers metaphyischer Grundstellung

Stefan Breuer, Ina Schmidt
Der Literat und der Theokrat:
Ernst Jünger und Friedrich Hielscher

Nicolás Sánchez Durá
Die frühe Kritik des abstrakten
Pazifismus bei Ernst Jünger

Paul Noack
Die Assymetrie des Symmetrischen
Die Beziehung von Ernst Jünger und Carl Schmitt

Helmut Lethen
Die Rückseite des Spiegels
Ernst Jünger zwischen Tierverhaltensforschung
und Philosophischer Anthropologie

Sebastian Kleinschmidt
Theologischer Abenteurer
Gerhard Nebels Jünger-Bild

Francesco Fiorentino
Ernst Jünger und Heiner Müller
Für eine nicht nur menschliche Kultur

Thomas Pekar
Entfernte Verwandtschaften: Ernst Jünger und Japan

Albert von Clemens Schirnding, Sophie Doerothee
Podewils
Eine Freundschaft mit Ernst und Friedrich Georg Jünger

Julien Hervier
Vaterschaft und Adoption im Romanwerk Ernst Jüngers

Georg Knapp
Verwandtschaft von Bild und Text
Barbara Figals Bildband »Ernst Jünger in Wilflingen«

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Günter Figal, Georg Knapp (Hrsg.)
Mythen. Jünger-Studien, Band 3

311 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-89308-402-9

Mythos ist das Vorvernünftige, nicht das Unvernünftige. Nach dem Mythischen zu fragen, heißt: hinter begriffliche Festlegungen zurückgehen und das Gewebe der Vorstellungen, Bilder und Erfahrungen freizulegen, aus dem Begriffe sich bilden. Mythen bilden die Textur der geistigen Welt.

In diesem Sinne haben Ernst und Friedrich Georg Jünger die Mythen verstanden. Ihr Interesse gilt dem Mythischen nicht zuletzt darum, weil sie über den revolutionären Wandel von Erde und Welt in der Moderne nachdachten und Möglichkeiten suchten, für diesen Wandel eine Sprache zu finden. Ihren Versuchen, über das Mythische zu dichterischer Klarheit zu kommen, gingen zwei Symposien (28. bis 30. März 2003 und 2. bis 4. April 2004) in Heiligkreuztal nach. Die auf diesen Symposien gehaltenen Vorträge sind in diesem Band versammelt.


Ernst A. Schmidt
Friedrich Georg Jünger, Griechische Mythen
Das Titanische und das Panische als Grund und Raum des Göttlichen im Sein des Menschen

Elisabeth Galvan
Erzählen und beschreiben
»Griechische Mythen« von Marie Luise Kaschnitz und Friedrich Georg Jünger

Andreas Geyer
Metamorphosen des Fremden
Über ein Motiv im Werk von Friedrich Georg Jünger

Barbara von Wulffen
Eros und Arten
Friedrich Georg Jüngers »Vollkommene Schöpfung« im Licht von Ernst Jüngers »Subtile Jagden«

Steffen Dietzsch
Friedrich Georg Jüngers Ariadne-Bild

Godehard Schramm
Magisch-Mythische Bilderkraft
Zeitlose Ausstrahlung von Friedrich Georg Jüngers Gedichten

Dietmar Koch
Philosophische Gedanken zum Göttlichen im Blick auf Friedrich Georg Jünger und Martin Heidegger

Günter Figal
Gespinste und Modelle
Über Mythen, Zahlen und Begriffe in der Poetik Ernst Jüngers

Alexander Michajlovskij
Mythos und Geschichte
Zur Geschichtsphilosophie Ernst Jüngers

François Poncet
»Fausts Zaubermantel«
Zur Aushöhlung des Faustischen in »Afrikanische Spiele«

Luca Crescenzi
Formen mythischen Erzählens in Ernst Jüngers Romanen

Svend Buhl
Der Mythos der Bilder
Ernst Jünger als Wanderer zwischen den Welten

Sven Olaf Berggötz
»Fülle des Blutes«
Ernst Jünger und die politische Rolle des Intellektuellen

Nicolai Riedel
Ernst Jünger
Vom Mythos des »umstrittenen« Autors zur weltiterarischen und kulturphilosophischen Kanonisierung:
Personalbibliographie als Archäologie und Aufklärung

Gertrud Fussenegger
Die andere Front
Ein Österreich-Roman von F. G. Jünger

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Günter Figal, Georg Knapp (Hrsg.)
Autorschaft – Zeit, Band 4 (2010)

172 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-89308-412-8

Autorschaft. Wie soll der Begriff gefaßt werden? Ganz allgemein als Äußerung schöpferischer Kraft. Autor ist jeder, nur wissen die meisten nichts von ihrem Glück. Ernst Jünger, Autor und Autorschaft So ist in jedem Studierzimmer, in jeder Bücherstube ein wenig Sanduhr-Stimmung, ein wenig vom Geiste der Melancholia und des heiligen Hieronymus. Es ist da immer Trauer, aber auch immer Behaglichkeit, weil immer Besinnung ist. Jeder wird Stunden kennen, die er dort schweigend oder im Gespräch verbrachte, und in denen die Zeit, wenn nicht stille zu stehen, so doch gemächlicher zu fließen schien.

Ernst Jünger, Das Sanduhrbuch

B. von Wulffen
Korrespondenzen

M. Klett
Autor und Autorschaft, verlagsseitig gesehen

M. Titze
Legale Verleitung zum Irrtum

S. Kleinschmidt
Autorschaft bei Elias Canetti und Ernst Jünger

L. Hagestedt
Die Reisezeugnisse Ernst und Friedrich Georg Jüngers

G. Figal
Risse in der Zeitmauer

G. Gregorio
Die Zeitauffassung Nietzsches und Friedrich Georg Jüngers

A. Michailovskij
Der Wald und der Rausch: Annäherungen an das Mysterium der Zeit

S. Dietzsch
Friedrich Georg Jüngers Zeit-Begriff im Kontext philosophischen Zeitdenkens

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