Phainomena

Die »Tübinger Gesellschaft für Phänomenologische Philoso- phie« bringt mit der Sammlung »Phainomena« ihr Selbstver- ständnis als Gesprächsforum zum Ausdruck. Der jeweilige Vor- trag, der in dieser Reihe zur Veröffentlichung gelangt, wird im Rahmen eines der Arbeitskreise gehalten. Er wird dort in einem Teilnehmerkreis unter Leitung des Herausgebers zweimal – mit einem zeitlichen Abstand von mehreren Monaten – mit dem Autor durchgesprochen. Es bleibt dabei die souveräne Ent- scheidung des Verfassers, ob und wie er Kritisches, Ergänzen- des oder Anregendes aus diesen zwei Diskussionsdurchgängen in die endgültige Druckfassung aufnimmt. Diese ist in der Regel ausführlicher als das Vorgetragene.



Dietmar Koch
Zur hermeneutischen Phänomenologie. Ein Aufriß

58 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-118-2, € 14,00

Die hermeneutische Phänomenologie als eine Gestalt des Verhältnisses von philosophischer Sache und ergründendem Denkweg wird hier - im Blick auf die Philosophie Martin Heideggers - gleichsam durch Grenzpfähle in ihrem Bereich abgesteckt. Mit dieser aufrißartig vorgestellten Konzeption soll eine Möglichkeit vor Augen geführt werden, die Einheit der Wirklichkeit - auch in ihrer geschichtlichen und existenziellen Dimension - philosophisch zu bewahren.

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Klaus Bort
Freiheit und Bezug. Ansätze zu einer phänomenologischen Ethik

52 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-119-9, € 14,00

Thema und Methode einer phänomenologischen Ethik erwachsen aus der grundlegenden Einsicht, nach der das Maß des Handelns in der Eigengesetzlichkeit der ausgelegten Sache selbst und nicht in einer transzendenten Instanz zu stehen kommt. Aus der Entfaltung dieses Ansatzes heraus bemüht sich eine phänomenologische Ethik um den Aufweis eines wahrenden und befreienden Verhältnisses zu unterschiedlich Seiendem im Horizont des Weltbezuges.

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Wolfgang von der Weppen
Das verlorene Individuum. Eine phänomenologische Skizze zur Funktionalisierung der Welt

65 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-120-5, € 14,00

Nicht wenige Anzeichen sprechen dafür, daß das Individuum und die Integrität seiner Aura im Zuge einer durchgängigen Funktionalisierung von Welt selbst aufgehoben werden soll. Dies geschieht in einer Atmosphäre des Denkens, in der paradoxerweise das Individuum ideologisch überhöht wie gleichzeitig seiner Grundlagen beraubt wird. Es geht in dieser Arbeit jedoch nicht einfach um die Artikulation eines kritischen Unbehagens an destruktiven Strukturen unserer Epoche, sondern vielmehr - unzeitgemäß - um eine Prinzipienüberlegung bezüglich der unabdingbaren Integrität des Individuums.

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Friedhelm Schneider
Kindsein - ein Gleichnis. Philosophisch-theologische Gedanken zum generativen Verhältnis

59 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-121-0, € 14,00

Kindsein, Vatersein, Muttersein sind elementare Erfahrungen menschlichen Lebens und leitende Figuren menschlichen Selbstverständnisses. In diesen Begriffen und Bildern spricht aber auch die Religion das Verhältnis Gottes zu den Menschen aus, ja, im Artikel der Trinität sogar das Verhältnis Gottes zu sich selbst. Einsicht in den Grund und die Eigenart dieser Metaphorik will die vorliegende Arbeit aus dem Versuch gewinnen, den Erfahrungen von Zeugung und Erziehung und den Erschütterungen des Selbstbewußtseins, die diese Erfahrungen auslösen, denkend nachzugehen.

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Rainer Turnher
Wandlungen der Seinsfrage. Zur Krisis im Denken Heideggers nach »Sein und Zeit«

65 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-122-9, € 14,00

Bereits in »Sein und Zeit« steht Heideggers Denken in der Spannung zwischen einem geschichtlich bestimmten Seinsverständnis und einem transzendental-theoretischen Duktus der Fundamentalontologie. Diesem Duktus folgt Heidegger zunächst in den Vorlesungen von 1927/28. In einer selbstkritischen Gegenwendung, die in der herausragenden Vorlesung von 1929/30 über »Welt, Endlichkeit und Einsamkeit« zum Abschluß kommt, gelingt es Heidegger, die im Daseinsansatz liegenden Fragemöglichkeiten zurückzugewinnen und in einer auf die spätere »Kehre« vorausweisenden Form zu entfalten.

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Susanne Ziegler
Zum Verhältnis von Dichten und Denken bei Martin Heidegger

62 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-123-6, € 14,00

Die Bedeutung Hölderlings für das Werk Martin Heideggers ist allgemein bekannt. Auch Heidegger hat dies im »Spiegel-Gespräch« herausgestellt: »Mein Denken steht in einem unumgänglichen Bezug zur Dichtung Hölderlins.« Weniger bekannt sind die Einflüsse, die von Parmenides, Sophokles und Pindar ausgingen. Die Arbeit Susanne Zieglers will zeigen, daß im Anschluß an Heideggers Hölderlin-Interpretation die Auseinandersetzung mit diesen Dichtern einen der Heideggerschen Grundgedanken - den Gedanken des Bezugs zum Sein und Menschen - konstituiert. Aber nicht nur die Nähe seines eigenen Denkens zur Dichtung, sondern auch die »Nachbarschaft«, die Übereinstimmung und Differenz von Dichten und Denken überhaupt thematisiert Heidegger mehrfach. In diesem Zusammenhang geht die Autorin der Frage nach, wie Dichten einerseits und Denken andererseits in das von Heidegger entworfene Wesen der Sprache gehören.

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Damir Barbarić
Anblick, Augenblick, Blitz. Ein philosophischer Entwurf zum Seinsursprung

101 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-124-3, € 14,00

»...Die echte Zukunft ist in Wahrheit das, was werden wird, die echte Vergangenheit das, was wurde, die echte Gegenwart das, was wird. Dieses Werden, immer dasselbe und doch in einer jeden der drei Zeitdimensionen ein anderes, ist, verstanden als ein lebendiges und in sich mächtiges »Werden zum Sein«, an sich nichts anderes als die Zeugung. ... Das Zeugen ereignet sich im Augenblick, in jenem wunderbaren, ortlosen und unfaßbaren Umschlag eines Gegensatzes in einen anderen, im Augenblick, der gar keine Weile dauert und von dem nie zu sagen ist, daß er sich »gerade jetzt« ereigne. Der Augenblick des Zeugens ist in der Tat keine Zeit, »in welcher« etwas geschieht. Der Augenblick ist die Zeit als dieses Geschehen selbst, und zwar das Geschehen des Ans-Licht-Auftauchens, vielmehr der Geburt des Lichtes selbst aus dem Dunkel, des Tages aus der Nacht. ...«

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Friedhelm Schneider
Kants transzendentale Dialektik oder Die Unvernunft in der Vernunft

77 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-125-0, € 14,00

Kants Metaphysikkritik ist metaphysisch. Dies Apercu versucht der vorliegende Essay zu erhärten durch eine Untersuchung von Kants Argumenten gegen die rationale Psychologie, Kosmologie und Theologie, alle drei - so Kants Befund - sinnlose, ja widersinnige Bemühungen. Es zeigt sich jedoch, daß die kritisierende Vernunft des Transzendentalismus sich in exakt denselben Denkfiguren bewegt wie die kritisierte Vernunft der Metaphysik, die Einheit der Vernunft nicht ohne Ironie und tiefere Bedeutung bestätigend. Für Kants eigenes Begründungsprogramm einer metaphysikfreien Philosophie freilich hat diese Wiederholung der Metaphysik ruinöse Folgen: Es scheitert. Was bleibt? - Die Metaphysik ... eine Metaphysik, die in der Paradoxie ihre guten Gründe findet.

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Gerhard Wölfle
Kult und Opfer in Hegels Religionsphilosophie

77 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-126-7, € 14,00

Eine zentrale religiöse Vorstellung, der viele Menschen, ja sogar Christen zunehmend verständnislos gegenüberstehen, ist diejenige vom stellvertretenden Opfertod Jesu. Sie erweisen sich damit als Erben der Position der Aufklärung, die Kant dahingehend auf den Begriff gebracht hat, daß moralische Schuld nicht übertragbar und für sie Stellvertretung unmöglich sei. Der Tod Jesu verliert so den Charakter des stellvertretenden Sühneopfers im Sinne eines versöhnenden »sacramentums«, er ist allenfalls moralisches »exemplum«. Demgegenüber nimmt Hegel die Vorstellung ernst, ja das stellvertretende Sühneopfer gehört zum Kern der Religionsgeschichte und spielt eine wesentliche Rolle in der Entfaltung sowohl des menschlichen Bewußtseins wie auch der Götter beziehungsweise Gottes. Die vollkommene Form erreicht es im Opfertod Jesu. Er und seine Aneignung stehen deshalb im Mittelpunkt der Abhandlung. Doch das Sühneopfer ist nicht die einzige Gestalt, in der Hegel das Phänomen des Opfers zur Sprache bringt: der Tanz, die Andacht, die Arbeit, das künstlerische Gestalten, die Tragödie, ja selbst die Sittlichkeit und die Philosophie werden unter dem Gesichtspunkt des Opfers begriffen. Indem diese Studie die Rolle des Opfers in Hegels Religionsphilosophie herausarbeitet, dient sie zugleich als Einführung in die Hegelsche Religionsphilosophie.

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Eva Strobel
Nietzsches Philosophie der Bejahung

71 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-127-4, € 14,00

»Ich will immer mehr lernen, das Nothwendige an den Dingen als das Schöne sehen: - so werde ich Einer von Denen sein, welche die Dinge schön machen. Amor fati: das sei von nun an meine Liebe! Ich will keinen Krieg gegen das Hässliche führen. Ich will nicht anklagen, ich will nicht einmal die Ankläger anklagen. Wegsehen sei meine einzige Verneinung! Und, Alles in Allem und Grossen; ich will irgendwann einmal Nur noch ein Ja-Sagender sein!«

(Friedrich Nietzsche)

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Günter Figal
Lebensverstricktheit und Abstandnahme. »Verhalten zu sich« im Anschluß an Heidegger, Kierkegaard und Hegel

63 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-128-1, € 14,00

In Lebens- und Handlungszusammenhänge verstrickt zu sein und von ihnen Abstand gewinnen zu können, sind zwei Menschliche Grundmöglichkeiten. Sie gehören zusammen und können deshalb nur in ihrem Verhältnis zueinander angemessen beschrieben werden: Die Verstricktheit ins Leben und Handeln wird erst im Abstand zu diesem ausdrücklich, und der Abstand freier Betrachtung und Reflexion wird nur unter den Bedingungen der Lebens- und Handlungswelt erreicht. Die Zusammengehörigkeit von Lebensverstricktheit und Abstandnahme prägt auch ihre philosophische Fassung. Diese wird in vorliegender Abhandlung am Phänomen des »Verhaltens zu sich« ausgehend von Heidegger und Kierkegaard im Zusammenhang mit Hegels Theorie des Selbstbewußtseins entwickelt.

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Marion Hiller
Das »zwitterhafte« Wesen des Wortes. Eine Interpretation von Platons Dialog »Kratylos«

96 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-129-8, € 14,00

Platons Dialog »Kratylos« gilt als eine der wichtigsten antiken Abhandlungen zur Sprache. Gleichzeitig ist er wohl eines der rätselhaftesten Platonischen Werke. In der Flut von Deutungsversuchen, die er nach sich zog, hat er so unterschiedliche und entgegengesetzte Interpretationen hervorgebracht wie kaum ein anderer Dialog Platons. Die vorliegende Arbeit weist einen Denkweg durch die verwirrende Komplexität und scheinbare innere Disparatheit des Dialogs. Sie argumentiert gegen die wirkungsmächtige Deutung, die Platon eine instrumentelle Sprachauffassung zuschreibt und zeigt anhand genauer Textbetrachtung auf, wie die Einheit in der Differenz von Wort und Sache mit Platon philosophisch fruchtbar gedacht werden kann.

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Wolfgang M. Schröder
Politik des Schonens. Heideggers Geviert-Konzept, politisch ausgelegt

103 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-130-4 , € 14,00

Politische Philosophien haben die Welt nur unterschiedlich verändert. Es kommt aber, wie wir inzwischen sehen, darauf an, sie zu verschonen. Heideggers seynsgeschichtliche Rede vom "Welt-Geviert", entmythologisiert und politisch ausgelegt, könnte zeigen wie.

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Damir Barbarić
Die Sprache der Philosophie

82 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-131-1, € 14,00

Die zu wünschende umfassende und eingehende Untersuchung über die Entstehung und Festlegung der philosophischen Sprache, sowie über ihre Wandlungen und Veränderungen, lässt sich gewiss nicht mehr von der Fiktion einer fertigen, universellen und zeitlosen Fachterminologie irreführen. Statt dessen wird es einer solchen Untersuchung eher darum gehen, sich allmählich darin zu üben, die vielfältig verwickelten Vermittlungen im geschichtlichen Prozess des Aneignens und der weiteren Überlieferung dessen, was im ursprünglichen griechischen Philosophieren gedacht wurde, nachzuvollziehen. Dies immer mit Rücksicht darauf, dass in diesem Prozess ständiger Wandel herrscht, der ebenso zum Verfallen und Verschwinden der Denkkraft als auch zu ihrer Erneuerung und ihrem Wiederaufbau führen kann.

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Michael Bösch
Dichte Ereignisse

57 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-132-8, € 14,00

Ereignisse werden als verdichtete Geschehensnetze interpretiert, die abhängig sind von verschiedenen Modi der Verdichtung . »Dichte Ereignisse« sollen als Grundweisen vorgestellt werden, in denen uns Wirklichkeit erscheint.
Die Verdichtung des Geschehens zu einem Ereignis ist keine bloße Vernetzung von Elementen (Teil-Ereignissen, Gegenständen, Zuständen), sondern deren temporale Integration in eine singuläre Einheit. Ereignisse sind opak, insofern sie in nicht-analytischer Weise als diese vernetzte Ganzheit erlebt werden. Sie sind jeweils diese nur aufgrund konstitutiver Sinn- Perspektiven, die sich überlappen und durchdringen.
»Sinn-Ereignisse« sind bedeutungsvermittelnde Prozesse, die sich im kulturellen Lebensraum der Menschen ereignen. Kultur ist ein Netz von Sinn-Ereignissen, das sich zwischen Menschen entfaltet. So führt die Thematisierung Von Sinn- Perspektiven einer Ereignisontologie auf die Befragung eines besonderen Ereignistyps, der von grundlegender Bedeutung ist: Wie ereignet sich das, was zwischen uns geschieht? Die transintentionale Integrität von Wir-Ereignissen ist eine fundamentale Form der Sinn-Verdichtung.

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Cathrin Nielsen
Zeitatomistik und die "Wille zur Macht" Annäherungen an Nietzsche

134 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-133-5, € 18,00

»[...] - unser wunderliches Dasein gerade in diesem Jetzt ermuthigt uns am stärksten, nach eigenem Maass und Gesetz zu leben: jene Unerklärlichkeit, dass wir gerade heute leben und doch die unendliche Zeit hatten zu entstehen, dass wir nichts als ein spannenlanges Heute besitzen und in ihm zeigen sollen, warum und wozu wir gerade jetzt entstanden.«

(Nietzsche)

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Damir Barbaric
Chora Über das zweite Prinzip Platons

136 Seiten, kartoniert, ISBN 978-3-96235-134-2, € 18,00

»Die ungeordnete Bewegung der Chora liegt also der Welt und der Zeit noch immer zugrunde und wird beiden wohl auf immer zugrunde liegen. In der abgründigen Mitte eines jeden durch die Zahl und die Gestalt geordneten und zu festen Beständigkeit gebrachten Körpers, vor allem in seinen kraftgeladenen Qualitäten, nicht weniger aber in der abgründigen Mitte der Seele, vor allem in ihren vielfältig verflochtenen Leidenschaften, klafft der Abgrund der Chora - überwunden zwar, aber nicht zunichte gemacht.«

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